Koordinationstraining im Golf

Der Golfsport erfordert vielfältige Leistungen im techno-motorischen, taktisch-kognitiven und psycho-physischen Bereich. Ein golfspezifisches anforderungsorientiertes Koordinationstraining führt zur Wahrnehmungsverbesserung und schafft ein koordinatives Überpotenzial. Das vorliegende Buch setzt sich als erstes mit der Bewegungskoordination im Golfsport auseinander. Die Bestimmung der Informationsanforderungen und Druckbedingungen im Langen und Kurzen Spiel sowie beim Putten führt zu Übungsformen und Trainingsbeispielen, welche je nach Leistungsniveau und Schwerpunktsetzung variiert und kombiniert im Trainingsprozess eingesetzt werden können. Eng an die Golftechniken angelehnte Übungsinhalte können motivationsfördernd und erfolgversprechend ohne großen Aufwand in den normalen Trainingsablauf integriert werden.

Marc Müller-Dargusch, 2012

260 Seiten
126 farbige Abbildungen und Fotos

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Vorwort von Marcus Neumann, Bundestrainer des Deutschen Golf Verbandes e.V.

Golf ist eine koordinativ sehr anspruchsvolle Sportart. Die Aufgabe für den Spieler besteht darin, die verschiedenen situativen Anforderungen im Spiel mit möglichst effektiven Bewegungsantworten zu bewältigen.
Wer in dieser Auseinandersetzung zwischen Anforderungen des Spiels und den Kompetenzen des Spielers dann am Ende die wenigsten Schläge braucht, gewinnt! Die Golftechnik ist dabei Mittel zum Zweck.
Die gängigen Meisterlehren und vielfältigen bewegungszentrierten Ansätze zum Techniktraining haben mich als Trainer nie recht befriedigen können. Auch für das Koordinationstraining bietet das leider auch heute immer noch gängige Konzept der koordinativen Fähigkeiten in der Trainingspraxis für das Spitzengolf keine zufriedenstellende Grundlage für die Lehr- und Lernpraxis.

Vor Jahren erhielt ich im Studium an der Trainerakademie in Köln die entscheidenden Impulse für meinen späteren situativen und aufgabenorientierten Trainingsansatz durch das Buch "Koordinatives Anforderungsprofil und Koordinationstraining" von August Neumaier. Ich war sofort fasziniert vom grundlegend anderen Ansatz, nach dem das Training der Bewegungskoordination nicht von der Bewegung als solcher her zu verstehen, aufzubauen und zu optimieren ist, sondern von der zu bewältigenden Bewegungsaufgabe her.
Ich weiß seitdem, dass die Bewegungsaufgaben, die ich stellen muss - ob im Voraussetzungsbereich, auf der Range im vereinfachten Trainingsumfeld oder auf dem Platz - in komplexen Situationen ganz individuell spezifisch und stets konkret sein müssen.
Die von Neumaier herausgestellte trainingspraktische Berücksichtigung von Aufgaben- und Situationsmerkmalen sowie personenspezifischen Voraussetzungen bestimmen bis heute das Training der Spitzengolferinnen in meinem Kader. Selbst der sogenannte KAR (Koordinativer Anforderungsregler) ist als virtuelles Regelinstrument in meiner täglichen Trainingssteuerung permanent präsent. Das hier vorliegende Buch meines Kollegen Marc Müller-Dargusch ist als Kompendium somit überfällig.

Das Training der Bewegungskoordination im Golf soll den Golfspieler für den Wettkampf bewegungskompetent machen. Aus einem möglichst großen Repertoire an Bewegungsmöglichkeiten soll die für die jeweilige Situation effektivste und gleichzeitig am besten verfügbare Technik gewählt werden.
Um eine wissenschaftlich fundierte Grundlage und trainingspraktisch nutzbare Ordnung in das eigene Training zu bringen, lege ich dieses Buch jedem Golftrainer und leistungsorientierten Golfer, der im Nachwuchs- und Hochleistungsbereich agiert oder einmal tätig sein möchte, ans Herz.
Die vielen Trainingsbeispiele in diesem Buch bieten wertvolle Anregungen und Raum zur persönlichen Ergänzung; ein Rezeptbuch ist es aber beileibe nicht. Hier findet der Golfspieler- und Trainer individuelle Lösungswege auf der Basis einer plausiblen Grundstruktur.

Ich wünsche dem anforderungsorientierten Ansatz zum Koordinationstraining vor allem im Nachwuchsleistungsbereich eine große Verbreitung, denn die Bedeutung von Motivation und Emotion, die diesem Buch ebenso innewohnt, könnte der weiterhin verbreiteten langweiligen Driving-RangeLehrpraxis, die sich auf den lapidaren technischen Soll-Ist-Vergleich stützt, eine frische Dynamik entgegensetzen und dem Leistungsgolf mehr deutsche Hoffnungsträger in Richtung Tour und Olympia zuführen.

Marcus Neumann, Bundestrainer DGV

Der Inhalt

Charakterisierung der Sportart Golf - Das Lange Spiel

  • Die Spielidee und Handlungsregeln
  • Typische Situationen und dominante Handlungen
  • Handlungsvorbereitung
  • Bewegungsaufgaben im Golf - Das Lange Spiel
  • Materielle Ausführungsbedingungen

Koordinative Anforderungen im Golfsport - Das Lange Spiel

  • Die golfspezifischen Informationsanforderungen
  • Die golfspezifischen Druckbedingungen
  • Anpsassung des KAR an die Sportart Golf
  • Anwendung des KAR im Koordinationstraining

Koordinationstraining im Golfsport

  • Ziele, Inhalte und Zielgruppe
  • Methodik

Situationen im Langen Spiel: Der Golf-KAR im Einsatz

  • Der Abschlag (Drive) - Situation 1
  • Der Abschlag (Drive) - Situation 2
  • Das Fairwayholz oder Hybrid aus einer Hanglage
  • Der Fairwaybunkerschlag mit dem Eisen

Das Kurze Spiel - Einleitung

  • Definition
  • Bedeutung / Leistungsdiagnostik

Putten

  • Zielen und Ausrichtung
  • Ansprechposition
  • Die Putt-Bewegung
  • Die golfspezifischen Informationsanforderungen beim Putten
  • Die golfspezifischen Druckbedingungen beim Putten
  • Der Putt-KAR

Annäherungsschläge

  • Chip
  • Pitch
  • Bunker
  • Trainingsbeispiele

Rettungsschläge (Recoveries)

  • Der Rückhandschlag
  • Der Linkshandschlag
  • Der Horizontalschwung